Wagen sind in der Backstube echte Prozessbeschleuniger: Sie sparen Wege, reduzieren Tragearbeit und sorgen dafür, dass Bleche, Behälter, Zutaten und Kessel dort sind, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede in Bauhöhe, Einsatzbereich und Ausstattung. In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Wagenarten sich bewährt haben und worauf Sie bei Auswahl, Hygiene und Alltagstauglichkeit achten sollten.
1) Die 3 wichtigsten Fragen vor dem Kauf
Bevor Sie eine Wagenart auswählen, klären Sie drei Punkte. Damit vermeiden Sie Fehlkäufe und stellen sicher, dass der Wagen wirklich in Ihre Abläufe passt.
- Wofür genau wird der Wagen genutzt? (Bleche, Zutatenbehälter, Kessel, Kisten, Roste)
- Wo soll er stehen? (unter dem Arbeitstisch, frei in der Backstube, im Froster, im Lager)
- Wie wird er bewegt? (kurze Wege, häufiges Rangieren, Schwellen/Übergänge, enge Gänge)
2) Unter dem Arbeitstisch: kompakte Wagen mit geringer Bauhöhe
Untertischwagen sind ideal, wenn Platz knapp ist und Arbeitsbereiche aufgeräumt bleiben sollen. Entscheidend ist die geringe Bauhöhe und ein sinnvoller Zugriff im laufenden Betrieb.
- Wagen für unter dem Arbeitstisch: kompakte Ausführungen für Zubehör, Kisten oder schnelle Ablage.
- Blechwagen: für Bleche/Backbleche, praktisch für kurze Wege und Zwischenlagerung.
- Schubladenblöcke (fahrbar): Ordnung am Arbeitsplatz, ideal für Werkzeuge, Kleinteile und Zubehör.
- Tischwagen (für Bleche) und Glasierwagen: für Prozesse, bei denen Bleche/Produkte schnell erreichbar sein müssen.
- Mehlwagen: erleichtern das Handling von Mehl am Arbeitsplatz.
- Sacktransportwagen: für den innerbetrieblichen Transport von Säcken (z. B. Rohstoffe).
- Rollwagen und Beistellwagen: einfache Wagen mit 2/3/4 Ablageböden für flexible Ablage und Transport.
Praxis-Tipp: Wenn Wagen regelmäßig unter dem Tisch geparkt werden, lohnt es sich, die Tischhöhe und den Unterbau so zu planen, dass Wagen und Geräte wirklich „passen“ und trotzdem gut zu reinigen sind.
3) Zutatenwagen: Zutaten direkt am Arbeitsplatz – sauber, schnell, strukturiert
Zutatenwagen gehören zu den beliebtesten Lösungen in Backstuben, weil sie die Zutatenversorgung am Arbeitsplatz klar strukturieren. Besonders praktisch sind Ausführungen mit lebensmittelechten Behältern in passenden Größen.
- Untertisch-geeignete Zutatenwagen: wenn Zutaten direkt am Arbeitstisch verfügbar sein sollen.
- Größere Bauhöhen: für frei platzierte Stationen in der Backstube, z. B. als zentrale Zutaten-„Insel“.
- Behälter-Konzept: je nach Serie Platz für ca. 2 bis 12 oder mehr Behälter – passend zum Zutatenbedarf.
Wichtig: Zutatenwagen sollten so geplant werden, dass die Behälter gut erreichbar sind und die Wagen im Alltag nicht „im Weg“ stehen. Viele Betriebe profitieren von klaren Stellplätzen und festen Abläufen (Befüllen, Entnehmen, Reinigen).
4) Große Backstubenwagen: wenn Kapazität und Etagen im Fokus stehen
Sobald Wagen nicht mehr unter den Arbeitstisch passen, geht es meist um Kapazität, Etagen und sichere Lagerung. Diese Wagen sind typische Arbeitstiere in Backstuben, Frosterbereichen und Produktionsabläufen.
- Kuchenschragen und Brotschragen (Hochbau): für Bleche oder Roste auf vielen Etagen.
- Frosterwagen für Bleche: für kalte Bereiche und Prozesse rund um Froster/Teiglinge.
- Brotregalwagen: mit Brotrosten aus Holz oder Rosten aus Aluminium/Edelstahl – je nach Nutzung.
- Backpapierwagen: für Backpapierboxen, damit Verbrauchsmaterialien sauber und griffbereit bleiben.
- Kesselwagen: zum sicheren Transport von Kesseln in verschiedenen Größen.
- Blech- und Sturzkastenwagen: in unterschiedlichen Größen – für spezielle Abläufe und Behälterformen.
5) Transportroller, Tragerahmen & Rollerstapler: unterschätzt, aber extrem effizient
Transportroller, Tragerahmen und Rollerstapler gehören zu den meistgenutzten Transport- und Lagerhilfen in Bäckereien, Konditoreien und lebensmittelverarbeitenden Betrieben. Ob Edelstahl oder Aluminium – diese mobilen Lösungen erleichtern das tägliche Handling von Brotkisten, Eurobehältern und Backblechen und unterstützen ergonomische Arbeitsprozesse direkt am Arbeitsplatz.
- Transportroller: für Kisten/Behälter und schnelle innerbetriebliche Wege.
- Tragerahmen: wenn Behälter sicher aufgenommen und stabil transportiert werden sollen.
- Rollerstapler: praktisch, wenn viele Einheiten im Umlauf sind und gestapelt/organisiert werden muss.
6) Rollen, Hygiene und Alltagstauglichkeit: darauf sollten Sie achten
Ob ein Wagen im Alltag überzeugt, hängt nicht nur von der Wagenart ab, sondern von Details: Rollenqualität, Stabilität und Reinigungsfreundlichkeit.
- Rollen mit/ohne Feststeller: Feststeller sind sinnvoll, wenn der Wagen beim Arbeiten sicher stehen soll.
- Leicht zu reinigen: je glatter und zugänglicher die Konstruktion, desto schneller ist die Reinigung im Alltag.
- Stabilität: bei hoher Beladung oder häufigem Rangieren lohnt sich eine robuste Ausführung.
Hinweis aus der Praxis: In hygienisch sensiblen Bereichen sind Konstruktionen mit möglichst wenigen „Schmutzfugen“ im Vorteil. Fest verschweißte Konstruktionen haben häufig weniger Übergänge als verschraubte Lösungen und können dadurch leichter sauber gehalten werden.
7) Kurze Entscheidungshilfe: Welcher Wagen passt zu welchem Zweck?
- Griffbereit am Arbeitsplatz, geringer Platz: Untertischwagen, Schubladenblock, Beistellwagen
- Zutaten strukturiert bereitstellen: Zutatenwagen (mit passenden Behältern/Serien)
- Viele Bleche/Roste auf Etagen: Schragen, Frosterwagen, Blechwagen
- Kessel sicher bewegen: Kesselwagen
- Kisten/Eurobehälter schnell bewegen: Transportroller/Tragerahmen/Rollerstapler
Fazit: Wagen sind Prozesswerkzeuge – nicht nur „Transportmittel“
Wenn Wagen zum Prozess passen, sparen sie täglich Zeit und Kraft: weniger Tragen, weniger Suchen, weniger Umwege. Entscheidend ist, den Einsatzbereich klar zu definieren (unter dem Tisch, frei stehend, Froster/Lager) und Details wie Rollen, Zugriff und Reinigungsfreundlichkeit mitzudenken.
Passende Produktbereiche
- Wagen für unter dem Arbeitstisch
- Zutatenwagen
- Backstubenwagen
- Blech- und Sturzkastenwagen
- Transportroller, Tragerahmen & Rollerstapler
Weiterführende Informationen